Metadaten von Bildern entfernen

Auch wenn Aktionen mit Bildern gut dokumentiert werden können, um diese später auch denjenigen Menschen, die diese nicht direkt mitbekommen haben, zugänglich zu machen, ist es gerade bei illegalen Aktionen, häufig aber auch bei legalen Aktionen, nicht ganz unproblematisch, Bilder zu machen und vor allem, diese später zu veröffentlichen. Einerseits können die auf den Bildern sichtbaren Szenen den staatlichen Ermittlungsbehörden entscheidende Anhaltspunkte wie beispielsweise die Identität der Aktivist_innen liefern, andererseits können aber auch die mit dem Bild gespeicherten Metadaten Hinweise geben, die später zu einer Verurteilung einzelner Personen führen können. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern vor allem unnötig.

Auf Bildern sichtbare Personen unkenntlich machen

Wo immer das möglich ist, solltet ihr es vermeiden, Personen auf euren Bildern zu haben. Auch vermummt für Bilder zu posieren ist volkommen unnötig. Abgesehen davon, dass derartige Bilder mackerhaft sind und damit fragwürdige Inhalte transportieren, können auch vermummte Personen womöglich später noch identifiziert werden, sei es an den noch sichtbaren Gesichtspartien, Kleidung, Körpergröße, usw. Aber auch wenn ihr plant, die auf den Bildern sichtbaren Personen später zu verpixeln oder anderweitig unkenntlich zu machen, solltet ihr immer bedenken, dass die Originalaufnahmen noch bevor ihr diese bearbeitet, konfisziert werden könnten. Dann wären die darauf befindlichen Personen deutlich zu erkennen.

Sollte es sich trotz allem nicht vermeiden lassen, dass sich Personen auf euren Bildern befinden, solltet ihr diese vor Veröffentlichung unbedingt unkenntlich machen. Dazu reicht es nicht, die Gesichter unkenntlich zu machen, sondern auch Kleidung, die zur Identifizierung von Personen führen kann, insbesondere Schuhe, sollten unkenntlich gemacht werden. Grundsätzlich solltet ihr immer auch bedenken, dass es auch andere Bilder aus der Umgebung geben kann. Ist auf eurem Bild beispielsweise eine Person zu sehen, die ein grünes T-Shirt und rote Schuhe trägt, und ist auf einer Überwachungskamera in der Umgebung festgehalten, wie eine Person mit grünem T-Shirt und roten Schuhen vorbei geht, so lassen sich diese Bilder selbst dann mit großer Wahrscheinlichkeit einander zuordnen, wenn ihr daran gedacht habt, das Gesicht dieser Person unkenntlich zu machen.

Am besten macht ihr Personen auf euren Bildern unkenntlich, indem ihr diese vollständig aus dem Bild entfernt. Dazu könnt ihr schwarze Balken über die Personen legen, diese aus dem Bild ausschneiden, usw. Vorsichtig solltet ihr mit Verfahren zur Verpixelung sein, ebenso wie mit Bewegungsunschärfe: Beides kann mit sogenannten Brute-Force-Methoden, bei denen alle möglichen Zusammensetzungen des Bildes vor der entsprechenden Transformation ausprobiert werden, häufig rückgängig gemacht werden. Das ist zwar meist zeitintensiv, aber längst nicht mehr unmöglich.

Metadaten entfernen

Neben dem, was auf euren Bildern zu sehen ist, gibt es auch zahlreiche Metadaten, die mit euren Bildern gespeichert werden. Das sind häufig das Kameramodell, Daten zum verwendeten Objektiv, Geoinformationen, usw. Diese Daten können dazu verwendet werden, um die Bilder zu euch, also zur_m Fotograf_in, zuzuordnen. Auch die Zahl, die im Dateinamen der Bilder steckt, lässt Rückschlüsse auf die verwendete Kamera zu, da es sich hierbei um einen internen Zähler handelt. Gleiches gilt für die Auflösung der Bilder.

Bevor ihr Bilder veröffentlicht, solltet ihr diese also stets

  • umbenennen
  • auf eine andere Größe (z.B. 1500 x X Pixel) skalieren
  • von Metadaten bereinigen.

Um eure Bilder von Metadaten zu bereinigen, empfiehlt sich die Verwendung des Tools exiftool, das für Windows, Mac und Linux verfügbar ist. Alle Metainformationen eines Bildes könnt ihr dabei mit folgendem Befehl entfernen:

exiftool -all= <BILDNAME>

Erst wenn ihr alle diese Schritte durchgeführt habt, solltet ihr ein Bild veröffentlichen.