Pressemitteilung zur Besetzung von zwei Häusern anlässlich von zwei Hausdurchsuchungen

In München haben Aktivist_innen unter dem Namen Für LⒶu Haus erneut zwei Häuser besetzt. Auf ihrer Webseite erklärten sie, dass diese Besetzungen anlässlich von zwei Hausdurchsuchungen am vergangenen Donnerstag bei Unterstützer_innen des Für LⒶu Haus als Solidaritätsbekundungen mit den Betroffenen zu verstehen seien. Außerdem rufen sie dazu auf, weitere Häuser zu besetzen und veröffentlichen Anleitungen dazu auf ihrer Webseite.

Vergangenen Donnerstag durchsuchten Beamt_innen der Polizei offenbar die Wohnungen von zwei Unterstützer_innen des „Für LⒶu Hauses“. Dabei drangen diese mit Gewalt in die Wohnräume ein – dabei kamen auch Kettenhemd und Schild zum Einsatz – und beschlagnahmten diverse Flyer, sowie Computer. Bei einer_m der Betroffenen war das bereits die zweite Hausdurchsuchung im Zusammenhang mit dem „Für LⒶu Haus“, der_die zweite Betroffene konnte einer Hausdurchsuchung vor rund einem Monat entgehen. Die Polizist_innen standen damals vor dem falschen Haus.

Anlässlich dieser Hausdurchsuchungen verkündeten die Aktivist_innen hinter dem „Für LⒶu Haus“ auf ihrer Webseite die Besetzung von zwei Häusern in München-Maxvorstadt (Linprunstraße 5 und Sandstraße 25). Damit wollen die Aktivist_innen nach eigener Aussage ihre Solidarität mit den von den Hausdurchsuchungen Betroffenen zeigen. Sie kritisieren die Polizei dafür, dass diese mangels „eines echten Verdachts“ und „um ihr Gesicht [zu] wahren“ ihren „Drang nach Vergeltung“ auf die Betroffenen der Hausdurchsuchung projiziert. Weiter rufen die Aktivist_innen dazu auf, weitere Häuser zu besetzen: „Lasst uns herausfinden, wo die Grenzen von Herrmanns 24-Stunden-Credo liegen“, schreiben sie auf ihrer Webseite. Damit ist wohl die Linie der bayerischen Polizei im Bezug auf Hausbesetzungen gemeint, diese innerhalb von 24 Stunden zu räumen. Innenminister Joachim Herrmann wurde im vergangenen Wahlkampf und nach den Ereignissen anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg nicht müde zu betonen, dass es in Bayern kein einziges besetztes Haus gäbe.

Das ist jedoch nur bedingt richtig. Seit Ende Juli 2017 besetzten die Aktivist_innen des „Für LⒶu Haus“ mindestens 3 Gebäude in München, zuletzt in der Seidlstraße 15. Zwar gelang es der Polizei diese jeweils innerhalb von 24 Stunden zu räumen, dabei zeigte sich jedoch, dass die Strategie der Polizei, diese Häuser mit einem Großaufgebot zu räumen, auch geschickt genutzt werden kann, um die Polizei zu verhöhnen.

Auch Herrmann wurde von den Aktivist_innen verhöhnt, indem diese in Sichtweite der CSU-Parteizentrale ein Transparent mit der Aufschrift „24 Stunden Herrmann! Die Zeit läuft …“ an einer Brücke über dem Petuelring befestigten.

Bilder der Aktion zur freien Verwendung findet ihr in unserem Presse Download-Bereich. Ältere Pressemitteilungen könnt ihr hier finden.

Rückfragen und Interviews können wir leider nur schriftlich per E-Mail beantworten/geben: fuer-lau-haus@riseup.net.

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