Aufruf zur Solidarität mit den Betroffenen der Hausdurchsuchungen

Vergangenen Donnerstag, den 28.09.2017 kam es erneut zu zwei Hausdurchsuchungen im Raum München. Offenbar stehen diese in Zusammenhang mit dem Für LⒶu Haus, zumindest wird den Betroffenen Hausfriedensbruch in 5 Fällen vorgeworfen, die hauptsächlich auf Aktionen mit Bezug zu dem Für LⒶu Haus zurückzuführen sind. Die Bullen gingen dabei äußerst martialisch vor. In einem der beiden Fälle brachen sie die Wohnungstür der_des Betroffenen auf, weil diese_r zum Zeitpunkt der Durchsuchung nicht zu Hause war, in dem anderen kamen Kettenhemd und Schild zum Einsatz.

Bereits zum zweiten Mal traf es auch den_die Unterstützer_in, der_die bereits vor rund einem Monat eine Hausdurchsuchung über sich ergehen lassen musste. Wie wir jetzt erfahren haben, gab es damals auch einen zweiten Hausdurchsuchungsbeschluss. Dieser konnte damals jedoch nicht vollstreckt werden, weil die betroffene Person damals nicht an ihrer Meldeadresse anzutreffen war. Die Bullen standen damals also vor dem falschen Haus (HAHA!). Jetzt, einen Monat später, gelang es den Bullen offenbar herauszufinden, wo die Person, die ihnen damals entwischt war, nun wohnt. Gefunden haben sie trotzdem nichts, außer einem Laptop und einigen Flyern.

Verdächtigt werden die beiden Betroffenen, weil die Bullen bei ihnen im Rahmen einer Verkehrskontrolle Ende August Transparente mit Solidaritätsbekundungen gegenüber dem Für LⒶu Haus beschlagnahmt hatten. In Ermangelung eines echten Verdachts, um wen es sich bei den Aktivist_innen hinter dem Namen „Für LⒶu Haus“ handeln könnte und weil die Bullen nach ihrem letzten Einsatz an der Seidlstraße, als sie mit über 70 Beamt_innen ein ausschließlich von Bettlaken besetztes Haus stürmten (HAHA!), wohl ihr Gesicht wahren möchten, projizieren Polizei und Justiz ihren Drang nach Vergeltung nun auf die beiden Betroffenen. Das ist die Folge einer Forderung nach „konsequentem Durchgreifen“ im Namen der Sicherheit, wie sie derzeit in allen Lagern der Politik laut wird, ohne überhaupt nur im Ansatz zu wissen, gegen wen mensch eigentlich durchgreifen muss.

Während Politik, Justiz und Bullen also weiterhin Gespenster jagen, zeigen wir uns solidarisch mit den Betroffenen. Um auf ihren Fall aufmerksam zu machen und dem Staat zu zeigen, dass sich Gespenster nicht jagen lassen, stellen wir Herrmanns 24-Stunden Countdown erneut auf die Probe. In der Nacht von Freitag auf Samstag haben wir daher zwei neue Gebäude (Linprunstraße 5 und Sandstraße 25) besetzt und daran Transparente mit den Aufschriften „Hausbesetzungen statt Hausdurchsuchungen“, sowie „I’m back. Für LⒶu Haus“ angebracht. Es bleibt also spannend, ob die Polizei wieder ein leeres Haus stürmen, oder ob sie diesmal vielleicht eine funktionierende Bombenwerkstatt erwarten wird. Zusätzlich haben wir am Petuelring in direkter Nähe zur CSU-Zentrale eine Botschaft für Joachim Herrmann hinterlassen, der im Wahlkampf nicht müde wurde, zu betonen, dass es in Bayern keine besetzten Häuser gebe und dass Besetzungen immer innerhalb von 24 Stunden geräumt würden: „24 Stunden Herrmann! Die Zeit läuft …“.

Aber zwei besetzte Häuser reichen uns nicht. Wir rufen euch dazu auf, ebenfalls Solidarität mit den Betroffenen der Hausdurchsuchung zu zeigen. Wenn die Polizei Spaß an Hausdurchsuchungen hat, sollten wir ihnen diesen Spaß nicht vorenthalten. Es gibt unzählige leere Häuser in München (und auch in anderen Städten). Lasst uns herausfinden, wo die Grenzen von Herrmanns 24-Stunden-Credo liegen. Alles was ihr dazu braucht, sind einige Bettlaken, Farbe und je nach Haus das passende Werkzeug. Tipps zum Öffnen von verschlossenen Türen findet ihr hier.

Doch ihr könnt eure Solidarität mit den Betroffenen natürlich auch auf anderem Wege zeigen. Denkt euch eigene Formen des Protests aus, oder lasst euch durch bereits bekannte Protestformen inspirieren und zeigt dem Staat, dass die Jagd nach einem Gespenst immer dazu führt, dass mensch überall Gespenster zu sehen beginnt!

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