Pressemitteilung zur Hausdurchsuchung im Zusammenhang mit dem Für LⒶu Haus

Am gestrigen Donnerstag, den 31. August 2017, verschafften sich Polizist_innen des Staatsschutzes unter dem Vorwand der „Gefahrenabwehr“ Zugang zur Wohnung einer_s Aktivist_in. Der_dem Aktivist_in wird vorgeworfen, eine Hausbesetzung geplant zu haben. Bei der Durchsuchung beschlagnahmten die Polizist_innen Speichermedien wie Computer, Handys, USB-Sticks, usw. ebenso wie diverse Haushaltsgegenstände, darunter auch Bettlaken.

Zuvor hatten Polizist_innen den_die Aktivist_in offenbar bei einer Verkehrskontrolle durchsucht und dabei Transparente beschlagnahmt, auf denen Solidaritäts-Bekundungen mit dem „Für LⒶu Haus“ zu lesen waren. Das „Für LⒶu Haus“ hatte Ende Juli für einige Aufmerksamkeit im Münchner Westend gesorgt, als Aktivist_innen unter diesem Namen die Besetzung des seit Jahren leer stehenden Schnitzelhauses erklärten. Sie wollten damit gegen Leerstände bei zugleich explodierenden Mietpreisen in München protestieren. [1]

Von Seiten des „Für LⒶu Hauses“ kam harsche Kritik an der Hausdurchsuchung. „Die Bullen [haben] offenbar noch immer nicht verstanden, dass ich [das Für LⒶu Haus] keine Gruppe von Aktivist_innen bin, sondern ein Umsonstladen. Umsonstläden, ebenso wie andere Häuser kann mensch nicht einfach verhaften und schon gar nicht auf eine Anklagebank setzen oder einsperren. Ich [Das Für LⒶu Haus] bin Ausdruck der massiven Wohnraumprobleme, die in ganz Deutschland, vor allem aber auch in München herrschen. Und diese Probleme lassen sich nicht mit Repression gegen diejenigen lösen, die sie anprangern.“ [2] heißt es in einer Stellungnahme auf der Webseite des „Für LⒶu Hauses“.

Auch der_die Betroffene der Hausdurchsuchung kritisierte das Vorgehen von Polizei und Justiz. Gegenüber der Roten Hilfe München erklärte der_die Aktivist_in: „Die Fantasie von Polizeikräften ist offenbar ausreichend, um mich morgens um halb sechs aufzuwecken, in Handschellen zu legen und meine Wohnung auf den Kopf zu stellen. Ich lasse mich von diesem Vorgehen nicht einschüchtern und werde mich auch in Zukunft für eine emanzipierte Gesellschaft einsetzen.“ [3]

Das „Für LⒶu Haus“ ruft derweil dazu auf, Solidarität mit dem_der Betroffenen zu zeigen. Für kommenden Sonntag um 15 Uhr ruft das „Für LⒶu Haus“ zu einem Soli-Cornern vor dem ehemaligen Schnitzelhaus, das im Juli für kurze Zeit besetzt worden war, auf: „Bringt eure Bettlaken und Farbe mit und bastelt das, wovor die Bullen in München offenbar am meisten Angst haben: Transparente!“ [2]

 

[1] Siehe Pressemitteilung zur Besetzung des Schnitzelhauses

[2] Siehe Erklärung zu einer Hausdurchsuchung im Zusammenhang mit dem Für LⒶu Haus

[3] Siehe http://rhmuenchen.blogsport.de/2017/09/01/pressemitteilung-hausdurchsuchung-bei-linkem-aktivisten-in-muenchen/

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