Pressemitteilung zur Besetzung des „Schnitzelhauses“ im Münchner Westend am 22.07.2017

Das sogenannte „Schnitzelhaus“ im Münchner Westend (Holzapfelstraße 10) heißt ab sofort Für LⒶu Haus. Aktivist*innen besetzten das Gebäude in den frühen Morgenstunden und richteten darin einen Umsonstladen ein, der ab sofort Anwohner_innen ebenso wie allen anderen Menschen offen steht.

Das „Schnitzelhaus“ ist den Menschen im Westend schon länger als „Schandfleck“ bekannt. Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden „Döner macht Schöner“-Haus (Schwanthalerstraße 119) ist das „Schnitzelhaus“ im Viertel ein Dauerthema im Bezirksausschuss und auch auf der Bürger_innenversammlung wurde es bereits angesprochen: Ohne jeden Erfolg. Die Stadt weigert sich, die Namen der_s Eigentümer_in preiszugeben.

Dabei regte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach Widerstand gegen die Verwahllosung der beiden Häuser. Mehrere Transparente, die von Aktivist*innen an der Fassade des Schnitzelhauses, aber auch an dem danebenstehenden „Döner macht schöner“-Haus angebracht wurden, drohten bereits in der Vergangenheit mit einer Besetzung des Hauses bzw. der Häuser, sollten diese weiter leer stehen. Ohne Erfolg!

Bei einem Straßenfest des Bündnisses „Voll gegen Leerstand“ vor den beiden leer stehenden Häusern wurden die Anwohner_innen nach ihren Ideen für eine Nutzung der Leerstände befragt. Diese Ideen wurden daraufhin der Stadt per Postkarte übermittelt, doch getan hat sich seither nichts.

Jetzt haben Aktivist_innen das „Schnitzelhaus“ besetzt, um darin einen Umsonstladen einzurichten. „Für LⒶu Haus“ nennen sie ihn. In ihrer Erklärung beklagen sie die Abwesenheit „unkomerzieller Räume“ in München, ebenso wie steigende Mieten, die Unterbringung von „Geflüchteten in Zelten und Containern“, sowie die Verdrängung von „Sozialhilfe-Empfänger_innen in die Außenbezirke der Stadt“. Mit ihrer Besetzung des „Schnitzelhauses“ wollen sie andere dazu anregen, dieses Haus ebenso wie weitere Leerstände in München zu nutzen.

In der Nacht von Freitag auf Samstag richteten die Aktivist_innen nicht nur einen Umsonstladen im „Schnitzelhaus“ ein, sie verteilten auch Flyer im gesamten Viertel, um auf ihre Besetzung aufmerksam zu machen.

An den_die Eigentümer_in stellen die Besetzer_innen „weder Erwartungen, noch irgendwelche Forderungen“. Andere Gruppen und Bündnisse hätten diesen Dialog zuvor bereits erfolglos gesucht. Jetzt sei es an der Zeit, diesen Leerstand „nicht länger zu akzeptieren“, so die Aktivist_innen.

Dabei stehen die Chancen für eine erfolgreiche Hausbesetzung in München nicht gerade rosig. Im Jahr 2007 hatten drei Hausbesetzer_innen ein Haus in der Westendstraße für sich in Beschlag genommen. Nach der brutalen Räumung durch die Polizei wurden sie festgenommen und später zu einer Haftstrafe verurteilt.

Ob die Besetzung des „Schnitzelhauses“ diesmal erfolgreicher sein wird, hängt wohl von der Mithilfe der Anwohner_innen ab.

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